Zur Startseite A+ A-

Dirigent Nicolaus Harnoncourt gestorben

Der weltweit berühmte Dirigent Nicolaus Harnoncourt ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Berühmte wurde er zunächst als Solo-Cellist in großen europäischen Orchestern. Als Spross einer alten adligen Familie aus dem k.u.k-Reich konnte Johannes Nicolaus Graf de la Fontaine und d’Harnoncourt. Nach dem 1. Weltkrieg durften die Adligen in Österreich aber ihre Titel nicht mehr tragen. Der Graf hat auch so seinen Weg in die unsterbliche Musikwelt sich gebahnt und sein Werk wird ewig im Gedächtnis der Klassik-Fans verankert bleiben.

Harnoncourt war einer der Begründer der historischen Aufführungspraxis. In der klassischen Musik kam in der Mitte des 20. Jahrhunderts der Gedanke auf, dass man als Orchester die alten Noten insofern ernst nehmen sollte, es gilt für die klassische Musik, als dass auf historisch gestimmten Instrumenten gespielt werden sollte. Manchmal ist es nicht nur die historische Stimmung, sondern es wurden auch neue Instrumente historisch nachgebaut. Der Dirigent Harnoncourt war ein Vorreiter dieser Bewegung und hat sich diesbezüglich nachhaltige Verdienste erworben. Wie man in unterstehendem Zitat nachlesen kann war er in engem Kontakt mit Karajan. Daran kann man schon ermessen, dass Nicolaus Harnoncourt ein wichtiger Vordenker der klassischen Musik war. Nun ist er mit 86 Jahren von dieser Welt abgetreten, nachdem er unzählige Platten und CD Einspielungen hinterlassen hat, ebenso wie unzählige Konzerte dirigiert hat.

die NZZ, Neue Züricher Zeitung schreibt:

Karajan blieb ein seltsames Thema in seinem Leben. Als «Karajan du baroque» bezeichnete ihn eine französische Musikzeitschrift im Sommer 2009. Nichts ist verkehrter als das. Mit dem Maestrissimo hatte Harnoncourt sozusagen zwei Mal zu tun. Das erste Mal war 1952, als Karajan den Wiener Symphonikern vorstand und Harnoncourt, natürlich nicht gegen den Willen Karajans, als Cellist in deren Reihen aufgenommen wurde. Bis 1969 blieb Harnoncourt dieser Tätigkeit treu, und er lernte dort in erster Linie, wie man die von ihm und seinen Kollegen gespielte Musik nicht spielen sollte – eine Ausprägung eigener Vorstellungen ex negativo.

Das zweite Mal kamen sich Karajan und Harnoncourt näher, als man sich fragte, warum der junge, so phänomenal begabte Musiker nicht an den Salzburger Festspielen auftrete, und man dann gleich sehen musste, dass das so lange unmöglich sein sollte, als Karajan dort das Sagen hatte – die scharfe Rivalität, die Karajan von Furtwängler zu spüren bekommen hatte, richtete er nun seinerseits gegen Harnoncourt.