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Ein dritter Weg der Bestattung?

Ein dritter Weg der Bestattung?

Prof Püschel hat in einer Vorlesung an der Uni Hamburg am 25.01.2016 über den dritten Weg einer Bestattung, genauer Bestattungsform doziert. Traditioneller Weise gibt es die Erdbestattung und die Feuerbestattung.

Der Spiegel schreibt in einem Bericht aus 2004,hier der link, dass dieses Verfahren auf der Basis der Gefriertrocknung eine Bestattung  eine „Revolution“ darstelle und somit ein dritter Weg einer Bestattung, neben Erdbestattung und Feuerbestattung geschaffen worden sein soll. In 30 Ländern seien Zulassungsanträge gestellt worden. Einen Internetartikel über die sogenannte Promission bei Wikipedia gibt es auch, was darauf hindeutet, dass das Verfahren wohl technisch einwandfrei funktioniert.

Prof.Dr.med. Püschel führt aus, dass er mit wissenschaftlicher Neugier an den Nachweis gegangen sei, dass das Prinzip funktioniert. Die Idee laut dem Konzept aus Schweden war, dass durch die Gefriertrockung der Körper zerfällt und zerbröselt und im Endergebnis in die gleichen Form transformiert wird, wie nach einer Kremation.

Trotz vielfältiger Testreihen hat sich naturwissenschaftlich erwiesen, im Labor des UKE Hamburg bei Prof Püschel,  dass die Promission nicht in der gewünschten Weise funktioniert.  Der Zerfall tritt schlichtweg nicht ein. Schon seltsam, dass es keinen Widerruf im Netz gibt, und das der Wikipediaartikel nicht längt gelöscht ist.

In Deutschland ist das Verfahren für eine Bestattung nicht amtlich zugelassen und wird vermutlich nach obigen wissenschaftlichen Nachweisen auch nicht zugelassen. Also bleibt bei einer Bestattung weiterhin die ‚Wahl zwischen einer Erdbestattung, Feuerbestattung, oder Seebestattung.

Gleichzeit rief Prof Püschel dazu auf, sich deutlich mehr mit dem Thema Organspenden zu befassen. In Deutschland, als auch in Hamburg gibt es deutlich zu wenig Spender. Die Gewebespenden, als auch die Organspenden führen zu einem deutlich verbesserten Leben der Spendenempfänger. Prof Püschel verdeutlichte, dass es doch wenig Unterschied sei, bei einer sehr hohen Temperatur verbrannt zu werden,um dann als Asche beigesetzt zu werden, oder Körperorgane zu spenden. Insbesondere gibt es keine Beschränkungen beim Alter der Spender. Das die Transplantationsmediziner auch Spender in wirklich hohen Alter nutzen war überraschend. Daher wünscht er sich, dass möglichst viele Hamburger einen Spendenausweis ausfüllen und so bei sich führen, oder aufbewahren, dass man den Ausweis finden kann. Die überraschende Zahl war, dass wohl ein Drittel aller Hamburger einen Organspenderausweis haben, aber in praxi weit unter 5 % der Menschen letztendlich für eine Spende zur Verfügung stehen. Das UKE ist extrem genau in diesen Fragen. Ebenso trat er allen Vermutungen entgegen, dass die Organentnahme über das Leben des Spenders gestellt werde. Horrorgeschichten sind von Filmschaffende geschaffen worden, haben aber mit der Wirklichkeit nichts zu tun.

Der Wille des Menschen ist eine Ausgestaltung der Menschenwürde und Teil der Autonomie des Selbstbestimmungsrechts. Diesen zu achten ist für jeden Mediziner selbstverständlich.

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