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Ausstellung über die Pest

Jahrhunderte lang befanden sich die Mediziner nicht auf einem wirklich naturwissenschaftlichen Erkenntnisweg. Die Medizin war bis weit in das 19. Jahrhundert eine reine Erfahrungswissenschaft. Die sogenannten Miasmen, also magische Körpersäfte, waren damals die Begründungsebenen, warum Menschen an inneren Krankheiten starben. Eine der gefährlichsten und tödlichsten Krankheiten bis zur Entdeckung des Erregers am Ende des 19.  Jahrhunderts ist die Pest. Im Mittelalter hat die Pest die Bevölkerung in Deutschland um ein Drittel reduziert. Zwischen 20 und 50 Millionen Tote hat die Pest im Mittelalter verursacht,  vermutet das ARD Magazin „Planet Wissen“, Link. Heute weiß man, dass der Pest-Erreger über Flöhe übertragen wird. Die Menschen und Heilkundigen im Mittelalter hatten diese Erkenntnisse nicht und suchten andere Erklärungsursachen, wie zum Beispiel den Pest-Hauch. Auch wurden die Juden verdächtigt. Ein absurder Vorwurf, denn auch die Juden verstarben genauso an der Seuche, wie die Christen. Auch spannend ist, dass die Pest schon die Menschen in der Steinzeit befallen hat.

In Herne, einer kleinen Stadt mitten im Ruhrgebiet, befindet sich das Museum für Archäologie. Dieses Museum hat eine Ausstellung über die Pest zusammengetragen, die bis zum 10.5.2020 geöffnet ist. Wenn Sie diesem Link folgen, können Sie mehr über die radikalen Auswirkungen der Pest erfahren und den Umgang der Menschen mit dieser Epidemie. 300 Objekte im Zusammenhang mit der Pest hat das Museum in Herne zusammengetragen.

Tatsächlich kann man in der Ausstellung sogar den Pest-Erreger unter dem Mikroskop betrachten. Hier weitere Exponate in der Pest-Ausstellung. Wir zitieren aus der Internetseite des  Museum für Archäologie:

Das größte Objekt: Der Anker der „Grand Saint Antoine“ aus Marseille hat eine Größe von 3,60 m  x 2,10 m und wiegt 1,2 t. Er brachte die Pest 1720 nach Frankreich.

Die ältesten Exponate: jungsteinzeitliche Steinwerkzeuge aus einem Grab bei Augsburg, dessen Tote nachweislich mit der Pest infiziert waren.

Die kuriosesten Exponate: Rattenkönig, Pestbeulen, Lockenwickler, „Schneewittchensarg“

40 Kunstobjekte: Gemälde, Amulette, Ikonen, Skulpturen und Buchkunst

Das Objekt mit der längsten Anreise: 8.779,79 km hat ein Amulett aus China zurückgelegt.

Bildrechte Wikipedia: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:PHIL_1918_lores_Floureszenz_Yersinia.jpg

Unten stehend zeigen wir eine Pesthaube für Ärzte aus Leder aus dem 17. Jahrhundert. Die Idee mit einem Lederanzug sich von der Umwelt abzukoppeln war eigentlich nicht schlecht, bzw. sogar ein bisschen übertrieben, denn die Pest kam über die Flöhe und nicht über den Pesthauch, oder Pestatem zu den Menschen. In der Maske befand sich ein Essigschwamm, der die Keime abtöten sollte.

Bildrechte Wikipedia: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:17._Jht._Pesthaube_anagoria.JPG

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