Da das Bestattungsgesetz in der Hoheit der Bundesländer liegt und damit unterschiedlich geregelt ist, gilt das Merkblatt nur im Bereich der Freien und Hansestadt Hamburg.

Gesetzestext: HmbGVBl. 2019, S. 379

§ 10
Bestattungspflicht

(1) Leichen sind zu bestatten. Totgeborene mit einem Geburtsgewicht unter 1000 Gramm und Fehlgeburten sind auf Wunsch eines Elternteils zu bestatten. Für die Bestattung haben die Angehörigen ( § 11 ) zu sorgen. Wird für eine Leiche nicht innerhalb von zehn Tagen nach Feststellung des Todes die Bestattung veranlasst, so hat die Verwahrerin oder der Verwahrer der Leiche dies unverzüglich der zuständigen Behörde anzuzeigen; diese soll umgehend die Bestattung veranlassen. Satz 4 gilt nicht, wenn die Überführung zu einem Friedhof oder Krematorium nachweisbar veranlasst und die Bestattung in nächster Zeit zu erwarten ist oder wenn die Leiche wegen eines Todesermittlungsverfahrens von der Staatsanwaltschaft noch nicht freigegeben worden ist sowie in den Fällen des Absatzes 5.

(2) Die Maßnahmen von Amts wegen werden auf Kosten der Pflichtigen vorgenommen; heranzuziehen sind die Angehörigen in der Rangfolge nach § 11 . Mehrere gleichrangige Angehörige haften als Gesamtschuldner.

(3) Totgeborene mit einem Geburtsgewicht unter 1000 Gramm oder Fehlgeburten, die nicht bestattet werden, sowie aus Schwangerschaftsabbrüchen stammende Föten und Embryonen sind hygienisch einwandfrei und dem sittlichen Empfinden entsprechend einzuäschern und auf einem Grabfeld zur Ruhe zu betten, sofern sie nicht rechtmäßig für wissenschaftliche Zwecke benötigt werden. Eltern ist auf Wunsch die Teilnahme an der Beisetzung zu ermöglichen.

(4) Abgetrennte Körperteile, Organe und Teile von Organen, die nicht für Transplantationen, für wissenschaftliche Zwecke oder für die Herstellung von Arzneimitteln benötigt werden, sind hygienisch einwandfrei und pietätvoll zu beseitigen.

(5) Leichen dürfen wissenschaftlichen Zwecken nur zugeführt werden, wenn eine schriftliche Zustimmung der oder des Verstorbenen vorliegt und die Voraussetzungen des § 13 Absätze 1 und 2 vorliegen. Die wissenschaftliche Einrichtung veranlasst die Bestattung der Leiche, sobald sie nicht mehr wissenschaftlichen Zwecken dient.

§ 11
Angehörige

Angehörige im Sinne dieses Gesetzes sind in folgender Rangfolge

  1. die Ehegatten oder die Lebenspartnerin bzw. der Lebenspartner, auch diejenigen im Sinne des Lebenspartnerschaftsgesetzes vom 16. Februar 2001 (BGBl. I S. 266), zuletzt geändert am 18. Dezember 2018 (BGBl. I S. 2639, 2640),
  2. die ehelichen und nichtehelichen Kinder,
  3. die Eltern,
  4. die Geschwister,
  5. die Enkel.

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Die Bestattungspflicht bedeutet, dass die nächsten Angehörigen dazu verpflichtet sind, die Beerdigungskosten zu tragen.

 

 

In allen Bundesländern – Bestattungsrecht ist Bundeslandhoheit – gibt es Regeln, wer die Kosten einer Beerdigung zu tragen hat. In der Regel sind das die nächsten Angehörigen.

In Deutschland und also auch in Hamburg gibt es eine Bestattungspflicht sowohl in Bezug auf den Sarg als auch in Bezug auf die Urne. Das heißt, dass die Urne in keinem Fall mit nach Hause genommen werden darf, sondern auf einem Friedhof beigesetzt werden muss. Die einzige Ausnahme ist eine Bestattung auf See.

Es besteht nur die Möglichkeit, eine Urne im Ausland beisetzen zu lassen. Denn dort gibt es in der Regel keine Beisetzungspflicht für die Urne bzw. die Totenasche. Fragen Sie gerne Ihren GBI Berater unter 040 248400.