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GBI Jahresgedenkfeier 2017

Wie jedes Jahr im Herbst hat das GBI Großhamburger Bestattungsinstitut eine gemeinsame Gedenkfeier veranstaltet. Eingeladen waren all jene, die in der jüngeren Vergangenheit einen Todesfall zu beklagen hatten und das GBI mit der Durchführung der Bestattung betraut haben. Wie in den vergangenen Jahren sind auch diesmal 250 Gäste am Volkstrauertag gekommen.

Das Thema war „Perlen der Erinnerung“: Auf jedem Sitz lag ein kleines Säckchen mit Glasperlen, die mit ihren verschiedenen Farben die verschiedenen Lebensereignisse und -farben widerspiegeln sollten. Herr Dr. Sebastian, GBI-Abteilungsleiter Friedhofsdienst, moderierte die 90-minütige Feierstunde. Die Reden hielten die GBI-Trauerredner Herr Schröder (Theologe und Psychologe) und Herr Reinisch (Philosoph). Darin wurden die Perlen aufgenommen und ins rechte Licht gerückt, genau so, wie die Erinnerungen, die einen positiven, wärmenden Lichtschein in unsere Trauer werfen, wenn man sie durch das Erinnern aktiv hervorholt. Herr Reinisch sagte:

Eine gläserne Perle soll das Symbol sein, was bleibt. Die Perle zeigt uns die Erinnerung der gemeinsam verbrachten Zeit. Die gläserne Perle ist durchsichtig, als wäre sie nicht da – so wie die Verstorbenen nicht mehr da sind. Doch eines ist gewiss, die Verstorbenen gibt es, deren Anwesenheit spüren wir in uns, mit jedem Atemzug, den wir tun. Nicht als Verstorbene, sondern als Lebende begleiten sie uns. Die Perle ist ein Zeichen, für das, was bleibt; ein Vorschein für die Ewigkeit. Unser Herz wird leicht, wie eine Feder in der Wärme der Erinnerung.“

Der Trauerredner Schröder formuliert: „Wir müssen gemeinsam einen schweren Weg gehen und gemeinsam den Trauerweg erarbeiten. Das geht gut innerhalb der Familie oder im Freundeskreis. Wenn Sie sich die Perlen genau ansehen, werden Sie bemerken, dass sie nicht eben sind, sondern unterschiedliche Oberflächen aufweisen. So wie die Erinnerung an die Verstorbenen und die gemeinsam verbrachte Zeit, mit Ihren Höhen und Tiefen. Die dunklen Perlen stehen für die Trauer und die Zeit, wo sie vielleicht gemeinsam geweint haben. Sie haben den Herzschlag des anderen gespürt und sie haben gemeinsam geweint und sie haben gemerkt, dass sie nicht alleine sind. In der Gemeinschaft werden wir stärker.“

Anschließend wurde das Gedicht von Dietrich Bonhoeffer zitiert:

Je schöner und voller die Erinnerung

Je schöner und voller die Erinnerung,
desto schwerer ist die Trennung.
Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung
in eine stille Freude.
Man trägt das vergangene Schöne
nicht wie einen Stachel,
sondern wie ein kostbares Geschenk
in sich.

„Ich wünsche Ihnen, dass Sie auf das vergangene Leben voller Dankbarkeit blicken und nicht zu sehr den Verlustschmerz in den Vordergrund rücken lassen. Wichtig ist, dass Sie sich auch weiterhin Ziele im Leben stecken. Sie könnten und sollten sich sagen: Ja, ich habe jemanden Wunderbares verloren. Ja, mein Leben ist unendlich viel wert. Ich habe etwas wahnsinnig Kostbares – mein jetziges Leben und meine Erinnerung – dafür bin ich dankbar.“

Die Trostreden wurden von einem studentischen Kammerchor begleitet. Erwähnenswert ist auch die Gestaltung des Redner-Raums am Kopf der großen Fritz-Schumacher-Halle, die das Thema der Glasperlen durch innenbeleuchtete Kugeln ansprechend darstellte. Diese Gestaltung hat dankenswerterweise das Trauerfloristikunternehmen Goetz Dekorationsgesellschaft vorgenommen. Sie gelangen hier zu dessen Webseite.

 

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Am Ende des gemeinsamen Trauer-Rituals haben die Teilnehmer gemeinsam ein altes Volkslied gesungen: „Im schönsten Wiesengrunde“. Wie von der Chorleiterin angesagt, ist dieses Lied insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg als Trostlied gesungen worden. Zum Schluss wurden Spenden gesammelt für die Pflege einer vom GBI gestifteten Skulptur. Die aus Stein gefertigte Skulptur trägt den Namen „Beweinung“ und steht an dem Gräberfeld auf dem Öjendorfer Friedhof, an dem die „Namenlosen Toten“ durch eine Amtsbestattung beigesetzt werden. 360,- Euro Spendengeld sind für diesen Zweck eingegangen.

 

Gedenkfeier GBI 2017

 

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