Zur Startseite A+ A-

Literatur

GEO Wissen „Vom guten Umgang mit dem Tod“

Das GBI Großhamburger Bestattungsinstitut empfiehlt das GEO Wissen Heft: „Vom guten Umgang mit dem Tod„. Beeindruckend ist die Bandbreite mit der das Umfeld des Sterbens, der Umgang mit dem Tod und die Trauer von den GEO-Redakteuren ausgeleuchtet wird. In einem Beitrag von Dr.med. de Ridder, einem der ausgewiesensten Palliativärzte in Deutschland, macht sich der Mediziner stark für einen bewussten und begrenzenden Umgang mit der hightech-Medizin. Insbesondere appeliert er an seine Berufskollegen ein anderes, offeneres Verhältnis zum Tod zu gewinnen. Nicht alles was die moderne Medizin möglich macht, ist auch das Mittel der Wahl für einen Sterbenden. Das Sterben zulassen können ist eine schwere Herausforderung in einer Welt der scheinbar unbegrenzten Machbarkeit.

Das Heft kostet 9.50 €, Hier finden Sie das Inhaltsverzeichnis

„Herzliches Beileid“ – über die Trauer und den Umgang in der Gesellschaft

Prof Reiner Sörries hat sich eingehend mit der Kulturgeschichte der Trauer im Spiegel der Gesellschaft beschäftigt und ein spannendes Buch darüber geschrieben. Zunächst unterscheidet er zwischen Trauer als Gefühl, englisch grief und Trauer als Gesellschaftskonvention, englisch mourning. Als Theologe und Historiker kann der Autor beide Dimensionen gut herausarbeiten. Wenn man bedenkt, dass individuelle Gräber für einen Großteil der Bevölkerung gar nicht denkbar waren, bis vor ca. 200 Jahren, wird einem schnell deutlich, dass die Trauer als Gefühl über Jahrhunderte nicht an erster Stelle gestanden haben kann, so die These von Reiner Sörries. Um das Argument zu stärken wird noch angeführt, dass die Ehen bis zur Romantik im 18.Jahrhundert, sogar bis ins 19. Jahrhundert meistens Wirtschaftsgemeinschaften waren, die mit Liebe und Gefühlsgemeinschaft nicht das mindeste zu tun gehabt haben sollen. Vielmehr sind Trauerrituale ein Zeichen der Gesellschaft und Gemeinschaft, einer Dorfes, einer Stadt, einer Communität, dass ein Teil, ein Glied der Gesellschaft ausgeschieden ist. Klar ist, das diese Konvention ganz abgehoben von inneren, gefühlsbedingten Trauer zu betrachten ist. Immerhin hat der Autor recht, dass eine erstarkende Trauerkultur erst die letzten 20 Jahre zu verzeichnen ist. So gibt es seit ca 20 Jahren das Institut für Trauerarbeit in Hamburg, welches „Ausbildungen“ zum Trauerbegleiter anbietet (2 Jahre, berufsbegleitend, 40 Tage). Es gibt sicherlich eine starke Verbindungslinie zur Hospizbewegung die aus London kommend, auch in Deutschland seit über 40 Jahren an Gewicht gewinnen konnte. Wo das Sterben nicht als „austherapierter Ohnmachtsfall der Medizin“ betrachtet wird, sondern als eigener Lebensabschnitt, entwickelte sich eine neue Haltung in der Gesellschaft zum Tod, der als ein Teil des Lebens betrachtet wird.

Reiner Sörries: „Herzliches Beileid“. Eine Kulturgeschichte der Trauer. Primus Verlag, Darmstadt 2012. 256 S., Abb., geb., 24,90 Euro.

„Interview mit dem Tod“

Der deutschlandweit bekannte Radionacht-Talker Jürgen Domain hat ein Buch geschrieben über den Tod. Die Idee des Buches ist, dass ein fiktives Interview mit dem Tod geführt wird. Die Basis des Buches sind unter anderem auch die Radiounterhaltungen, die Jürgen Domian mit todkranken Menschen geführt hat. Sehr lesenswert ! Informationen hier

Das Leben als letzte Gelegenheit / Marianne Gronemeyer

Marianne Gronemeyer schreibt in ihrem sehr spannenden Buch über das Problem der immer schneller laufenden Welt: nieZeit zu haben und immer im Zeitstreßtunnel zu sein. Seit 1993 bekannt, wird es in den wissenden Kreisen immer wider gern gelesen. Deshalb lohnt es sich auch heute diese Gedanken nochmal oder sogar erstmalig zu lesen. Hier kann man das Buch bestellten, welches einem neue Horizonte eröffnet

Bestattungen im Römischen Reich

Der Historiker Stefan Schrumpf hat ein sehr umfangreiches und detailreiches Buch zu den Bestattungsriten des römischen Reiches geschrieben. Das Buch erschien 2006 im Verlag V&R unipress, Göttingen. Für alle die tiefere Begründungen unserer Bestattungskultur und Riten suchen, können hier fündig werden.

„Ars Moriendi“ von Dr. Placidus Berger

Die „Ars Moriendi“ beschäftigt sich mit der lebenslangen Vorbereitung auf den guten Tod. Der Autor untersucht die Kunst des guten Todes und Sterbens anhand der mittelalterlichen Texte des Denkers Thomas Peutner. Das wirklich spannende an diesem Büchlein ist, dass auch Paralellen zu dem Tibetanischen Totenbuch und dem Ägyptischen Sterbebräuchen gezogen werden, mithin eine verbindene rituelle Klammer versucht wird zu ergründen. Zwar nicht die Suche nach der Weltformel, aber nach einem guten Umgang und Zugang mit dem Thema Tod, welches in der heutigen Industrie- und Fortschrittsgesellschaft tendenziell keine Lebensberechtigung zu haben sein scheint.

Vier-Türme Verlag Placidus Berger „Ars Moriendi“ ISBN 978-3-89680-576-8

„Wie wollen wir sterben“

Dr. med. Michael de Ridder schreibt in seinem Buch eindrücklich über das Thema Machbarkeit in der Medizin im Verhältnis zur Notwendigkeit in ethisch-moralischer Hinsicht. Müssen wir medinzinsch ein hochbetage Frau reanimieren, die Ihr Leben doch gelebt hat ? so die umstritttene Frage des hocherfahrenen Palliativ-Mediziners und Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, weitere Informationen hier . In seinem letzten, vielleicht wichtigsten Kapitel „Sterben annehmen, Sterben gestalten ? – ein Ausblick“ wirbt Dr. Ridder dafür, dass auch der Tod ein Teil des Lebens ist, und dafür, dass die Medizin den Tod letztendlich nicht besiegen kann. Der Tod kommt in letzter Konsequenz immer und um so sicherer, je fortgeschrittener das Alter des Patienten ist, auch wenn wir als Leser das gefühlsmäßig nicht wahrhaben wollen. München 2010, 19.90 € Buchinformationen hier

„Vom Glück des Gehens“ von Detlef Wendler

„Wer sich in Bewegung setzt, dem Eröffnen sich neue Wege“ so ist der Leitspruch des Instituts für Trauerarbeit, Hamburg.

Das kleine Büchlein hier soll ein Ratgeber sein, sich in Bewegung zu setzen. Die folgenden Kapitelüberschriften sollen neugierig machen: Positive Folgen für den Körper, oder Langsamkeit beim meditativen Gehen, Atem und Geist, Sinngier und Loslassen.

„Der Gehende akezeptiert störende Gedankenkreisläufe und Missempfindungen und lässt sie durch Visualisierungen los. Dannach kehrt er in die Wahrnehmung zurück“

Demut – ein Apekt beim meditativen Gehen heißt eine Überschrift und führt den Leser zu dem Punkt, dass die Menschen in der Grosssttadt den Bezug zur Natur und dem Gehen verloren haben. Es wird geraten, dass man sich erden soll, im wahrsten Sinne des Wortes, in dem man mal wieder echte Erde in die Hand nimmt. Für alle diejenigen in der Großstadt, die keinen Garten haben, in dem sie werkeln können ein wichiger Hinweis. Wir sind doch Teil der Natur und sich in eine gute Beziehung zu der zu setzen, beispielsweise durch ausgedehnte Spaziergänge, kann heilsame Wirkung haben. „Vom Glück des Gehens“ Delev Wendler, Claudius Verlag 12.80 €

„So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein.“

Autor Christoph Schlingensief

In dem Taschenbuch beschreibt Schliengensief seinen Kampf mit dem Krebs, respective mit dem Tod. Als Taschenbuch ist der Preis durchausmoderat: 8.99 €

Erschienen beim btb

„Das Buch gegen den Tod“ von Elias Canetti

Die Aufsatzsammlung „Das Buch gegen den Tod“ des Literaten und Philosophen Elias Canetti wurde im Hanser Verlag neu übersetzt und kostet 24.80 €. In dem der sehr lesenswerten Buch sind die verschiedenen Dimensionen des unabänderlichen Endes perspektivisch beleuchtet, auch mit einem gewissen Verve – positiven Leichtigkeit- als Impuls für die Schönheit des Lebens und gegen die Dunkelheit der Endlichkeit.(hw 11.7.14)

Bartholomäus Grill: „Um uns die Toten. Meine Begnung mit Sterbenden“

Siedler Verlag 2014, 19,99 €

Das Buch umfängt den Umgang mit dem Tod in verschiedenen Gesellschaftsstrukturen als Tour d`Horizon aus einer gleichzeitig sehr persönlichen Sichtweise.

Besonders spannend sind die Kapitel am Ende des Buches: Endstation Zürich ( Sterbehilfe in der Schweiz), Barbarei oder Barmerzigkeit ?( Ein Interview mit Prof Robert Spaemann) und die Gleichgültigkeit der Gestirne ( Von der Freiheit, nicht an den Tod zu denken). Weitere Positionslichter zu dem sprachlich schön geschriebenen Buch von dem ZEIT Autoren Grill folgen in Bälde an dieser Stelle.