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Artikel in der ZEIT zum Thema Trauerfeiern

In ihrem Buch »Das Leben als letzte Gelegenheit« schreibt Marianne Gronemeyer: »Die Welt jedoch ist nicht zu schaffen, das muss der auf Hochtouren gebrachte Zeitgenosse einsehen, aber dadurch wird er nicht entmutigt, solange noch Aussicht besteht, dass er durch weitere Erhöhung seines Lebenstempos die Weltausbeute vergrößern und sein Lebenskapital aufstocken kann.

« Das Leben ist endlich. Und diese Befristung unseres Daseins konnte bisher keine Wundermaschine überwinden. Man könnte auch sagen:

Die Endlichkeit kennzeichnet die Bedingung des Menschseins, die conditio humana.

Die Philosophieprofessorin Birgit Recki hat dargelegt, dass die Einmaligkeit von Erlebnissen und die Einzigartigkeit im Zeitfluss eine innere Seins-Schönheit zeitigen, die wir schätzen sollten. Anders sieht es aus, wenn es zum Abbruch dieses Lebensstroms kommt. Dann brauchen die Angehörigen Halt und Orientierung. Beides finden sie im Übergangsritual.

Rituale gibt es schon seit Jahrtausenden. Sie dienen der Festigung der inneren Balance bei Veränderungsprozessen. Um ihre gesellschaftliche Funktion zu erfüllen, greifen die Rituale auf Altbekanntes zurück – auf vertraute Symbole, überlieferte Worte und festgelegte Handlungsabläufe. Ihre große Kraft entfalten Rituale vor allem in Situationen, die für die Menschen nur schwer zu fassen sind. In Situationen wie dem Tod eines geliebten Menschen. Der dreifache Erdwurf am Grab, das gemeinsame Singen oder aber die gesamte Trauerfeier an sich: Rituale wie diese bieten den Angehörigen die Möglichkeit, Abschied zu nehmen, Trost zu finden und das Geschehene in der Gemeinschaft zu verarbeiten. Umso erstaunlicher ist es,dass es in Hamburg in den vergangenen Jahren zu einem deutlichen Rückgang der Trauerfeiern gekommen ist. Trauerfeiern sind ein eminent und fundamental wichtiger Markstein im Trauerprozess. Ein Haltepunkt, der in einem vertrauten Rahmen zur inneren Einkehr einlädt. Vielleicht mag diese Haltestelle des Seinsflusses nicht unbedingt eine Bereicherung in Marianne Gronemeyers Sinne sein (siehe oben).

Aber sie ist notwendiger Bestandteil unseres Daseins. Genauso wie all die anderen Rituale, die wie selbstverständlich zu unserem Leben dazugehören:die Feier zur Geburt, zum Jahrestag, zur Vermählung, zur silbernen und goldenen Hochzeit. Die Erfahrungen in den Trauergruppen des GBI Großhamburger Bestattungsinstituts zeigen: Einige Menschen haben eine schier unglaubliche Fähigkeit, ihre Realitätswahrnehmung zu filtern – bis hin zur vollständigen Verdrängung der Wirklichkeit. »Ich glaube mein Mann ist auf einer langen Geschäftsreise und kommt bald zurück.« Gedanken wie diese mögen zwar in den ersten Tagen Trost spenden, eine zielführende und nachhaltige Trauerarbeit ermöglichen sie jedoch nicht. Ganz anders die Trauerfeier:
Sie leitet als sichtbares Zeichen der Endlichkeit den Trauerprozess ein und weist den Angehörigen damit einen Weg in die Zukunft.

Die Wünsche zur Ausgestaltung einer Trauerfeier sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich – und sehr persönlich. Daher ist es empfehlenswert, den konkreten Ablauf des Übergangsrituals bereits im Vorwege zu regeln, zum Beispiel mit einem Bestattungsvorsorgevertrag des GBI. Der Vorsorgevertrag bietet die Gelegenheit, die Feierlichkeiten mit einem vertrauensvollen Ansprechpartner in Ruhe zu besprechen und die einzelnen Punkte genau festzulegen – von der Liste der Teilnehmer über die Musik und die Blumensorte bis hin zum Ort der Trauerfeier. Die Vorsorgeverträge des GBI werden seit 60 Jahren in genau der Form umgesetzt, in der sie vereinbart wurden. Eine zeitliche Begrenzung der Geltungskraft gibt es nicht. Das GBI bietet bei einem abgeschlossenen Vorsorgevertrag zudem eine Preisgarantie auf die Bestattungseigenleistungen. Das heißt: Egal, wann der Fall der Fälle eintritt, es wird keine Kostensteigerung geben. Auf Wunsch kann das eingezahlte Kapital mit einer Bankbürgschaft abgesichert werden.
Trauerfeiern geben im Veränderungsprozess Halt und Orientierung; ein Vorsorgevertrag des GBI sorgt dafür, dass dieses Übergangsritual in einem angemessenen, vertrauten und persönlichen Rahmen individuell vollzogen
werden kann.
Holger Wende, GBI Trauerbegleiter, Juni 2014