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Patientenverfügung

Damit die Entscheidung in Ihrem Sinn ausfällt

Was passiert mit mir, wenn ich einmal nicht mehr selbst für mich entscheiden kann – kurzfristig nach einem Unfall oder längerfristig durch eine schwere Krankheit? Wichtig für einen solchen Fall ist es, seine Wünsche im Vorweg artikuliert und in geeigneter Weise niedergeschrieben zu haben. Denn ansonsten sind die Ärzte z. B. gezwungen, immer alle intensivmedizinischen Maßnahmen durchzuführen und Sie selbst in aussichtslosen Situationen so lange wie möglich am Leben zu erhalten.

Entscheiden Sie lieber selbst, welche Maßnahmen Sie wünschen und wer welche Entscheidungen für Sie treffen darf. Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten:

1. Patientenverfügung

Eine Patientenverfügung können Sie durch einen Anwalt aufsetzen lassen oder selbst formlos aufschreiben. Im Internet finden Sie einfache Vorlagen dafür. So legen Sie verbindlich fest, wie Ärzte bei lebensbedrohlichen Situationen handeln sollen, wenn Sie Ihren Willen nicht mehr äußern können. Seit der Gesetzesnovellierung von 2009 ist die Patientenverfügung für Ärzte bindend. Es ist sinnvoll, die Regelungen der Patientenverfügung mit Ihrem Hausarzt durchzusprechen und gegebenenfalls eine Kopie bei ihm zu hinterlegen. Gut ist es, die Patientenverfügung bei sich zu führen. Seit einer Entscheidung des Bundesgerichtshofes für Zivilsachen (BGH) aus dem Sommer 2016 ist festzuhalten, dass eine Patientenverfügung detailreich sein sollte und ab und zu aktualisiert werden sollte. Entscheident für die Bindungswirkung ist, dass der mutmassliche, aktuelle Wille, des Handlungsunfähigen, schriftlich dokumentiert ist. Hier können Sie die Grundzüge der Entscheidung nachlesen, bitte hier klicken.

2. Generalvollmacht

Die von Ihnen erteilte Vollmacht muss nicht auf die Gesundheitssorge beschränkt bleiben. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, eine Vollmacht für die Vermögenssorge zu erteilen. Mit einer Generalvollmacht ermächtigen Sie eine von Ihnen bestimmte Person, alle rechtsgeschäftlichen Erklärungen gegenüber Behörden und Gerichten, Kranken- und Pflegeanstalten usw. in Ihrem Namen und Interesse abzugeben. Damit sie ihre unumstößliche und durchschlagende Wirkung im Rechtsverkehr entfalten kann, muss eine Generalvollmacht unbedingt notariell beglaubigt sein. Für die notarielle Generalvollmacht empfehlen wir vom GBI das Notariat Spitaler Straße (hier klicken).

Sinnvoll ist es überdies, eine Patientenverfügung als Teil der notariellen Generalvollmacht zu hinterlegen. Mit einer Generalvollmacht, die auch über den Tod hinaus gilt, kann im Todesfall auch die Bestattung geregelt und bezahlt werden. Die Wahl des Bevollmächtigten sollte gut überlegt sein: Für den Fall, dass Sie selbst nicht mehr entscheiden können, übertragen Sie ihm die volle Verantwortung. Selbstverständlich ist der Bevollmächtigte gegenüber dem Vollmachtgeber rechenschaftspflichtig.

3. Vorsorgevollmacht

Auch eine Vorsorgevollmacht können Sie notariell beurkunden lassen. Dies ist jedoch optional und empfiehlt sich insbesondere bei Vorliegen hoher Vermögenswerte oder Grundbesitz. Auch die Vorsorgevollmacht dient der Regelung gesundheitlicher Fragen für den Fall, dass Sie (vorübergehend) nicht entscheidungsfähig sind. Überdies gibt sie dem Bevollmächtigten die Möglichkeit, offizielle Besorgungen für Sie zu übernehmen. Es sollte eine Person Ihres Vertrauens sein, die Ihren Willen vermitteln und umsetzen kann. Gegenüber dem Bevollmächtigten sind Ärzte von ihrer Schweigepflicht entbunden.

Bildrechte pixabay CC geralt

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