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Trauer im Umkreis des Lebens

In einem Bericht des Hamburger Abendblatts vom 4.7.2014 “ In Gedanken ist der Mensch nicht gern allein“ wird veröffentlicht, dass Menschen ungern alleine mit sich sind und über Ihr Leben reflektieren. In der Studie von der University of Virginia (USA) wurde verschiedene Probandengruppen in einen ablenkungsfreien Raum gesetzt. Es gab ein Musikhörverbot und Handyverbot. Die meisten Menschen empfanden dies als unangenehm. Zitat“… einige verabreichten sich sogar lieber Elektroschocks, als ohne weitere Beschäftigung ihren Gedanken nachzuhängen“. Vielleicht gilt die Aussagekraft der Studie nur in den USA, aber in Wirklichkeit sollte man immer ein Leben eine gewisse Reflektionsdistanz bewahren, oder von Zeit zu Zeit sich einen Gedankenraum des Abstandnehmens gönnen, damit man das Leben dirigiert und nicht das Leben einen dirigiert. Im Prozess des Abschiednehmens und der Trauer kommt man nicht umhin auch über das eigene Sein zu denken, denn das unabweisbare Gefühl von Schmerz zeugt davon, was Martin Heidegger “ die Geworfenheit des Seins“ nennt. Sich nur von den Außenumständen und nicht inneren Impulsen steuern zu lassen führt zu einem reinen Außen- Fassaden-Wesen. Der innere Reichtum kann nur dann gesehen werden, wenn man seine Augenspiegel nach Innen richtet, so dass dann ein hübsch geerdetes Leben entstehen kann. Das führt zu einer inneren Stabilität, die Verlustszenarien besser abfedern kann, was nicht heißt, dass der Schmerz dadurch aufgehoben wird, aber besser verkraftet werden kann.

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