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Vorsorgenachmittag in der Staatsbibliothek

In der Staatsbibliothek Hamburg, Von-Melle-Park 3, auf dem Uni-Campus findet am 26.9.2017 ein vierteiligen Vortragszyklus für jeden interessierten Hamburger statt.

Die Teilnahme ist kostenfrei!

Start 12 Uhr

Ende 17:30 Uhr

Veranstalter: Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge eV und das GBI Großhamburger Bestattungsinstitut rV

Hamburger Vorsorgetag, 26. September 2017, 12.00 Uhr bis ca. 17.00 Uhr – kostenfrei !

Gastgeber: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., GBI rV

12.00 Uhr Begrüßung Karen Koop, Vorsitzende im Landesverband Hamburg, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge

  1. „Generalvollmacht und Patientenverfügung“

Dr. iur. Ekkehard Nümann, Notar der Stadt Hamburg aD

Die notarielle Generalvollmacht ist das wirkmächtigste Instrument, um in Falle der eigenen Entscheidungslosigkeit, Demenz, Bewusstlosigkeit, usw, usf. die „Handlungsspielräume zu sichern“, so Dr. Nümann. Die Handlungsspielräume einer notariellen Generalvollmacht erstrecken sich auf alle denkbaren Lebensfelder, von höchstpersönlichen Handlungen abgesehen. Von der Finanzvorsorge, bis zu Personensorge. In der Personensorge ist die Patientenverfügung allumfänglich eingeschlossen. Dr. Nümann nimmt auch Bezug auf das Fehlurteil des BGH aus dem Sommer 2016, was extrem viele ältere Menschen in Verwirrung gestoßen hat. Dieses Urteil wurde in 2017 als Ausnahme und Einzelfall vom BGH selbst gekennzeichnet durch ein neues Urteil zur Patientenverfügung. Dr. Nümann erläutert Ihnen den aktuellsten Stand der Rechtsprechung zur Patientenverfügung, mit allen Nebenfragen, insbesondere, wie intensiv, wie detailreich und wie oft man eine Patientenverfügung ändern sollte.  Die notarielle Generalvollmacht schlägt auf jeden Fall alle Nicht-Lösungen der Handlungsunfähigkeit, die vom Vormundschaftsgericht andernfalls mit einem Amtsvormund gelöst werden. Die notarielle Generalvollmacht bürgt für die Ersatz-Entscheider, um medizinische Fragestellungen entscheiden zu können, immer im Lichte des mutmaßlichen Willens, analog Geschäftsführung ohne Auftrag, § 677 BGB.

  1. „Der Friedhof im Wandel – Bestattungsvorsorge“,

Holger Wende, Referent für Öffentlichkeitsarbeit beim GBI, zertifizierter Trauerbegleiter

Wir erläutern in einer Überschau die neuen Bestattungsformen: Waldbestattung, Themengrabfelder, Diamantbestattung und zeigen auf, warum es sinnvoll ist, sich mit dem Thema Bestattungsvorsorge zu beschäftigen. Die Bestattungsvorsorge ist eine gute Möglichkeit seine Vorstellungen für die eigene Beerdigung zu hinterlegen und gleichzeitig eine gründende Entscheidung seine Kinder von den Zwängen der Entscheidung über eine Bestattung zu entlasten. Gleichzeitig findet auch eine Entlastung der Kinder in finanzieller Hinsicht statt.

  1. „Wir Kriegskinder! Von Lebenslast-Lebenslust-Lebensleistung-Lebenskraft“

Claudia Wollenberg, Psychologin, Lübeck

Die Diskussion über die seelischen Schäden, die die Kriegskindergeneration erfahren hat, ist erstmalig in die breite Öffentlichkeit gelangt durch die Journalistin S. Bode. Die Psychologin Claudia Wollenberg wird in Ihrem Vortrag aufklären, wie man in der Kommunikation mit Kriegskindern umgeht, was ihre Vorstellungswelten sind, wo eventuelle Traumata verborgen liegen könnten und wie wir von Außen damit sorgsam umgehen können. Genauso wird in dem einstündigen Vortrag das Thema Kriegsenkel mitbehandelt, denn die seelisch traumatisierten Kriegskinder haben tw. unbewusst von ihren seelischen Schäden Einstellungen und Weltwahrnehmungen an ihre Kinder weitergegeben, ohne dass ihnen das bewusst war. Dazu hat auch Sabine Bode einen Bestseller geschrieben „Kriegsenkel“. Frau Wollenberg ist eine Expertin auf dem Gebiet, weil Sie in ihrer täglichen Praxis als Leiterin einer gerontologischen Station sich intensiv und oft mit Kriegstraumata und Kriegsgeschichten beschäftigt und damit durch viele therapeutische Gespräche viel mehr über die Zeit und ihre Auswirkungen auf die Menschenseele weiß, als die Journalistin Bode, die deskriptiv Erinnungsgeschichten des Damals in ihren Büchern zusammengetragen hat. Aus dem Vortrag im Mai 2017 zitieren wir eine Beobachterin: „ Das Publikum war zu tränen gerührt“ .  Auch war beachtlich der Satz einer Teilnehmerin: “ hätte ich das doch vorher gewusst, was sie über die Herzverschließung durch den Krieg ausgeführt haben, so hätte ich ganz anders mit meinen Kindern umgehen können – jetzt sind sie erwachsen und es ist zu spät“. Das Herz sprechen zu lassen fiel vielen Kriegskindern extrem schwierig, weil sie auf den Überlebensmodus gepolt waren und die schicksalhafte Verkopplung mit dem 2.Weltkrieg nicht in ihr Innerstes eingreifen sollte. So kam es zu dem oft gehörten Satz: „Der Krieg hat mir nichts ausgemacht, war doch ganz normal für uns“. Leider eine recht vordergründige Art des emotionalen Selbstschutzes unter dem Mantel der vorgeschützten Normalität und Widerstandsfähigkeit gegen ein traumatisierendes Umfeld.

Auf der Flucht Bilder aus dem Archiv des DRK Suchdienstes München Originale nach dem Scannen zurück an den Suchdienst Bild verwendet im Buch "Narben bleiben"

Auf der Flucht
Bilder aus dem Archiv des DRK Suchdienstes München
Originale nach dem Scannen zurück an den Suchdienst
Bild verwendet im Buch „Narben bleiben“

 

© Archiv Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V

 

4. „Pflegereform 2017: Abrenzung ambulanter Pflegedienst zur stationären Betreuung“

Eine Dozentin wird noch gesucht

Nach den Vorträgen besteht die Möglichkeit, Fragen an die Referentinnen und Referenten zu stellen.

Ende ca. 17:30 Uhr

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